Da immer mehr erneuerbare Energiequellen in die Stromnetze integriert werden, verändert sich die Art der Netzstabilität grundlegend. Herkömmliche Erzeugungsanlagen – große rotierende Maschinen mit erheblicher physikalischer Trägheit – dämpften Frequenzschwankungen auf natürliche Weise. Da nun mehr umrichterbasierte erneuerbare Energien und weniger große Rotoren im Netz vorhanden sind, können sich Frequenzabweichungen schneller entwickeln und weiter ausbreiten als je zuvor.
Herkömmliche Überwachungsansätze wurden nicht für diese Umgebung konzipiert. SCADA-Systeme erfassen in der Regel 1–2 Messwerte pro Sekunde – ausreichend für die Überwachung im stationären Betrieb, aber viel zu langsam, um die schnellen Frequenzverschiebungen, Phasenwinkeländerungen und gebietsübergreifenden Schwingungen zu erkennen, die für moderne Netzstörungen charakteristisch sind. Bis ein Problem in den SCADA-Daten sichtbar wird, kann es bereits eine Kettenreaktion ausgelöst haben.



